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Männer – Das schwache Geschlecht und sein Gehirn

Hüther - Das schwache Geschlecht und sein Gehirn

Bewertungy:

Kategorie: Personal Mastery

Autor: Gerald Hüther

Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht

ISBN: 978-3-525-40420-1

Dieses Buch widmet Hüther dem Mann; genauer: dem männlichen Gehirn und was das für das Wesen des Mannes bedeutet. Projekte und komplexe Vorhaben, so werden wir sehen, sind ideal auf dem Weg zum Mann-sein.

Zunächst erklärt Hüther die evolutionäre Strategie hinter dem Geschlecht. Das Geschlecht ist eine Form der Arbeitsteilung, eine Spezialisierung, in einer komplexer werdenden Umwelt. Weibchen schützen das Bestehende. Männchen suchen intensiv nach Neuem, nach Entwicklung, nach Anpassung. Eine Art braucht beide Funktionen zum Überleben.

Hierin sieht Hüther ein Dilemma für Männer: Männer sind extremer. Sie sind stärker und schwächer zugleich. Ihr Streben nach Erkundung, Eroberung, Freiheit und Neuem steht eine geringere Konstitution gegenüber. Wegen der geringeren Konstitution sind Jungen auf mehr Fürsorge angewiesen als ihre Schwestern. Antrieb und Halt, so Hüther, sind zentrale Grundbedürfnisse von Männern. Männer, die diesem Widerspruch erliegen, ergreifen Ausweichstrategien: Ansehen, Macht, Geld, Einfluss, Status, Gewalt, Unterdrückung, Computerspiele, etc. Gleichzeitig sind Männer impulsiver, risikoaffiner, haben mehr Antrieb. Das kommt schlicht vom Testosteron, durch das sich das männliche Gehirn einen Tick anders entwickelt als das der Frauen.

Typisch für Hüther ist, dass er weder ein Entweder-oder noch ein Sowohl-als-auch formuliert. Er schlägt stattdessen die eigene Entwicklung vor, »Potenzialentfaltung«. Das wiederum ist mit der Suche nach neuen Lösungen verbunden. Dafür ist das Gehirn gemacht. Da erleben wir ein Kohärenzgefühl. Etwas, das unter die Haut geht, sich richtig anfühlt. Denn, so Hüther, das Gehirn ist weder durch die Gene noch durch die Sozialisierung determiniert. Es wird so, wie wir es begeistert benutzen. Bis ins hohe Alter. Im Idealfall arbeitet in einem Projekt ein Team vertrauensvoll und unterstützend zusammen, um Komplexität zu meistern. Das ist ein ideales Milieu, um diese Entwicklung zu ermöglichen.

Frauen, die dieses Buch nutzen, erkennen männlichen Strategien klarer. Bei Männern dreht sich viel um Neues, Eroberung, Durchsetzen oder Aufbegehren gegen den Status Quo. Wenn Sie darauf gefasst sind, führen Sie klüger und umsichtiger. Für Männer gilt: Wenn es stimmt, dass Führung vor allem Selbstführung bedeutet, ist dieses Buch ein Muss. Wir können uns mit Hüthers Sichtweise besser wahrnehmen und steuern. Wir sehen klarer, wo wir blind und verletzlich sind. So nehmen wir uns differenzierter wahr und erhalten mehr Handlungsoptionen. Das ist neben (begeistertem) Lernen die Grundstrategie für das meistern von Komplexität.


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